BMW R 5 bis R 68
Als 1936 die BMW R 5
auf dem Markt vorgestellt wird, scheint die Welt für die Münchner wieder in Ordnung. Die Zeiten der Marktanteilsverluste, vornehmlich an Zündapp, schienen endgültig vorbei. Selbst die englische Fachpresse bejubelte dieses Motorrad und attestierte BMW mindestens 5 Jahre Vorsprung in der technischen Konstruktion des Rades. Was war so neu en der Konstruktion? - Zunächst einmal der Motor. Kopfgesteuert, mit 2 halbhoch liegenden Nockenwellen lieferte dieses Aggregat 24 PS bei vergleichsweise seidenweichen Motorlauf. Englische Einzylinder oder Paralleltwins mussten zu dieser Zeit auf wesentlich bessere Nehmerqualitäten bei der Kundschaft setzen. Das Fahrgestell war ebenfalls eine Neukonstruktion: Hinten starr, arbeitete vorne die patentierte Teleskopgabel und sorgte für sichere Führung und Fahrstabilität. Um die Welt ging das Foto des englischen Fachjounalisten, der auf dem Sattel stehend auf den Londoner Strassen den einwandfreien geradeauslauf des Fahrzeuges demonstrierte. Ein Jahr später erschien als Tourer die seitengesteurte
R 6, deren Motor sich in vielen Details von dem der R 5 unterschied. Leider wurden diese beiden Modelle nur in geringer Stückzahl gebaut (R 5: 2652, R 6: 1850), heute gehören diese zu den ganz gesuchten Sammlerstücken.
Im Modelljahr 1938 wurde der R 5 eine Geradweghinterradfederung spendiert, diese wurde so zur R 51, die R 6 wurde zur R 61 Als Nachfolger der Baureihe R 12 / R 17 erschien die R 71, welche die letzte von BMW
produzierte Maschine mit seitlichen Ventilen werden sollte. Dieser Tyüp sollte dann die Grundlage für viele Nachbauten, insbesondere im osteuropäischen und asiatischen Raum werden. Neu ins Programm gelangte dann noch die R 66. Als
Sportmaschine auch für Beiwagenbetrieb mobilisierte das kopfgesteuerte Aggregat satte 30 PS. Markenzeichen dieses begehrten Motorrades sind die leicht nach vorn geneigten Ventildeckel, die als Designvorlage für die neue 4 Ventil
Boxergeneration gedient haben soll. Von 1941 bis 1944 wurde noch die schwere Beiwagenmaschine R 75 als Gegenstück zur Zündapp KS 750 produziert, auf dieses reine Wehrmachtsgespann soll hier nicht näher eingegangen werden.
Nach dem Krieg begann die Boxerproduktion mit der R 51/2 als lediglich in Details veränderte R 51.
1951 erscheint dann die R 51/3 (alle Deatils der Modellpflege finden Sie Die R 51/3 wird mit einem völlig neu entwickelten Motor mit zahnradgetriebener, zentraler Nockenwelle
im Fahrwerk der R 51/2 gebaut. Verändert wurden jedoch die Details wie Linierung des Vorderradkotflügels, Fischschwanz- zu Schwalbenschwanzschalldämpfern und Ansaugluftfilter. Die beiden Bilder verdeutlichen dies
Im Laufe der Baujahre hat die Modellpflege bei der R 51/3 zu folgenden Verbesserungen geführt:
520 000 R 51/3 Produktionsbeginn (Motor und Fahrgestellnummer gleich) 523 530 Kabelausschnitt der LiMa vom Gehäusedeckel zur oberen Trennfuge verlegt 524 030
Die 2 Lagerbüchsen an den Schinghebeln wurden verlängert, so dass die Zwischenbüchse entfällt. Lichtmaschine erhält separate Masseklemme, getrennte Klemmen 30 und 51 und Inbusschrauben zur Befestigung. 524 168
Die Kolben erhalten einen zweiten Ölabstreifring 525 130 Steuerrad auf der Nockenwelle ohne Nabenbüchse; Ölpeilstab mit Minimum Markierung 525 239
Die Nocken werden 6´ schräg geschliffen, um Stössel zu drehen 525 560 Kolbenringe werden versuchsweise eingeläppt 526 110 Serienmässing Nova- Winkelringe auf den Kolben 526 210
Serienanlauf 1952: Duplexbremsen im Vorderrad, Überwurfmuttern an den oberen Einspannstücken der Hinterradfederung, Werkzeugkastendeckel im Tank in Längsrichtung gelagert,
Auspufftöpfe mit Einbuchtung für den jetzt verbreiterten Kippständer, Antriebs- und Abtriebswelle im Getriebe sind auf 4:1 einheitlich übersetzt. 526 710 Eberspächer Luftfilter und Hauptdüse 105 526 760
Hintere Büchse aus Dural für das Hauptlager. Motorgehäuse austauschbar; Getriebegehäuse erhält Entlüfterbohrung und Ölfangblech zur Schmierung der Abtriebswelle 527 560
Spritzscheibe zur Kurbelwellenabdichtung mit 2mm Loch zur Schmierung der Dichtung 528 760 Ölwanne erhält den Ablass zur Mitte nach hinten versetzt., Fussrasten werden 30 mm (rechts)
und 10 mm (links) länger, gebohrte Leerlaufregulierschrauben in den Vergasern zum Ablauf von Sabberbenzin, Dichtringsitz am Getriebestossdämpferflansch nun 11mm tief. Im Getriebegehäuse sind
nun Ölrücklaufbohrungen für Antriebs- und Abtriebswelle angebracht und ein Ölfang für den Tachometerantrieb integriert. 529 070 Die vordere Bremsbackenfeder in der Duplexbremse ist nun 2,5mm statt 2,2mm stark. 529 380 Die Gabel erhält Gummimanschetten statt Stahlhülsen 529 655
Die Rückleute erhält eine auf 20 qcm vergrösserte Leuchtfläche 530 230 Anschlussaugen am Rahmen für Motorbefestigung auf 13 mm vergrössert, um stärkere Ösen aufzunehmen. Nachträgliches Ändern nicht erlaubt! 530 980
Schwungscheiben erhalten eingepresste Stahlkugeln zur Zündzeitpunkteinstellung Weitere Informationen zu den Boxer-BMWs der Baureihe R 5 bis R 68:

Bis 529 379 und 530 873 bis 530 979 wird versuchsweise ein Stossdämpferflansch aus Leichtmetall auf der Kardanwelle aufgepresst.
Restaurierungsbericht BMW R 51/3
Die BMW R68 Webseite
Dieters BMW R51/3 Seite
Prospekt BMW 1953
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