R 0/4 und R 1/4

Das D-Rad R0/4 war das erste Fahrzeug, welches als tatsächlich standfest bezeichnet werden konnte. Es ist in grosser Stückzahl produziert (verschieden Quellen sprechen von bis 16.000 Fahrzeugen mit dem Typ R 1/4). Mit dem Erscheinen des R 0/4 ist auch die Bezeichnung “Spandauer Springbock” entstanden, da die gezogene Kurzschwinge ungedämpft auf dem holprigen Pflaster im Berlin der 20iger Jahre doch einigermassen Schwierigkeiten hatte, dem Vorderrad Bodenkontakt zu geben. Zu diesem Zwecke sind spezielle Reibungsdämpfer gebaut worden, die das Fahrverhalten ein gutes Stück weit verbessert haben.

Achtung: Die Reibungsdämpfer für die Vorderradgabel (siehe Zeichnung) für R 0/4, R1/4 und R0/5 gibt es als absolut erstklassige Nachfertigung, (nicht vom Original zu unterscheiden!) zum Paarpreis von 250 DM. Bei Interesse hier mailen!

Die Abbildung zeigt eine Konstruktionszeichnung des Typs R 0/4, wie sie verwendet wurde, um nach dem Krieg Typbescheinigungen auszustellen.

Technische Daten R 0/4 und R 1/4

Motor

 

Typ

Einzylinder 4-Takt

Zylinder

Sackzylinder

Befestigung

2 Querbolzen mit 2 senkrecht eingeschraubten Gewindebolzen

Kolben

Grauguß mit Graugußringen
(R 1/4 Leichtmetallgusskolben)

Kurbelwelle

Dreifach gelagert mit Schwungmasse in den Hubscheiben integriert (Gewicht 14,12 kg mit Pleuel); R 1/4 hat geänderte Hubscheiben

Bohrung x Hub

82 * 94 mm

Hubraum

    496 cm3

Leistung

8 PS bei 3800 1/min
(R 1/4: 12 PS bei 4200 1/min)

Max. Drehmoment

 

Verdichtung

5,0 : 1 (R 1/4 6,0 : 1)

Ventile

2

Ventilsteuerung

SV

Gemischaufbereitung

SUM Kolbenschiebervergaser
(R 1/4: Brown&Barlow Lizenzvergaser von Fischer)
Ab Mitte 1927 SUM Dreidüsenvergaser

Motorschmierung

Automatisch betätigte Drehschieberpumpe mit Handpumpenergänzung am Motor
(R 1/4 Handpumpe am Tank)

Auspuffanlage

Einfacher verlängerter Krümmer mit Schalldämpfersieb

Antrieb

 

Kupplung

Stahllamellen

Kupplungsbetätigung

Fußwippe rechts, Hilfshebel am Lenker links

Anzahl der Gänge

3

Schaltung

Schiebeklauen; Gang 1 + 3 über Klauen, Gang 2 über Zahnrad

Betätigung der Schaltung

Schalthebel mit Kulisse am Tank
(R 1/4 mit langem Schalthebel und kurzem Gestänge am Rahmen)

Getriebeübersetzungen

 

Antrieb

Primär: Zahnräder
Sekundär: Kette

Übersetzung Hinterradantrieb

 

Elektrische Anlage

 

Version K

Magnetzünder (Siemens, Bosch, Mea)
Karbidbeleuchtung

Version EZ

Zündlichtmaschine (Bosch)
Bosch-Scheinwerfer

Zündkerze

W 95 , 18mm Gewinde

Fahrwerk

 

Rahmen

Einrohrrahmen

Vorderradfederung

Gezogene Kurzhebelschwinge mit Blattfeder (Mitte 1927 Verkürzung des Federpaketes sowie geänderte Schwinghebel und verlängerte Federstützen)

Hinterradfederung

Starr

Radnaben

Mit Rillenkugellagern (ab Mitte 1927 Schrägrollenlager)

Bereifung vorn

27 x 3,50 oder 26 x 3,00 (Wulstreifen)

Bereifung hinten

27 x 3,50 oder 26 x 3,00 (Wulstreifen)

Bremsen vorn

Trommelbremse (ab 1927 vergrößerte Bremstrommel vorn)

Bremsen hinten

Keilkotzbremse auf separater  Bremsfelge

Ständer

Mittelständer und Vorderradständer

Werkzeugbehälter

Rolle am Gepäckträger (R 1/4: 2 Werkzeugkästen seitlich am Gepäckträger)

Fußstützen

Trittbretter (R 1/4: Fußrasten)

Tankinhalt

(R 1/4: Zusatzöltank 1,5l im vergrößerten Benzintank)

Leergewicht

140 kg

Zul. Gesamtgewicht

320 kg

Kraftstoffverbrauch

Ca. 4,5 l / 100 km

Höchstgeschwindigkeit

90 km/h (R 1/4 100 km/h)

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