Zündapp KS 500
Zündapp Motorräder waren 1934 / 35 preisgünstiger als
die der Konkurrenz, aber es fehlten die sportlichen Erfolge. Daher entschloss man sich, erstmals in der Firmengeschichte einen eigenen kopfgesteuerten Motor zu bauen (Die Modelle S 500 und SS 500 besaßen auch einen kopfgesteuerten Motor,
dieser wurde aber von Rudge-Python eingekauft). Der neue Zündapp Motor sollte auf Basis der K 500 entstehen.
Das zunächst 22 PS starke Aggregat (später leistete das Triebwerk durch geänderte Luftfilter 24 bzw. 25 PS) eignete sich in dem massiven Rahmen, der auch in der 800er verwendet wurde, hervorragend
für Geländewettbewerbe. Auf der Strasse blieb die BMW R5 mit den daraus abgeleiteten Sportmodellen jedoch dominant. Daran konnte auch eine Kleinserie der KKS 500 nichts ändern. Dies war eine
Kombination des KK200 (KK = kleiner Kastenrahmen) Fahrwerkes mit dem KS 500 Motor. Von der KKS 500 wurden 1937/38 153 Stück gefertigt. Der überarbeitete Motorblock der K 500 hatte nun beide Hauptlager der Kurbelwelle als Wälzlager
ausgeführt, hinten auf Kugeln (6207 C3), vorne auf Rollen (97253). Anstelle der Steuerkette gab es nun ein geräuscharm laufendes Zahnrad aus dem neuen Werkstoff Novotex auf der Nockenwelle, welches
direkt von der Kurbelwelle angetrieben wurde. Die Nockenwelle lief auf Gleitlagern, die von der Ölpumpe direkt geschmiert wurden. Zündapp KS 500 Motor auf dem Prüfstand 
In den Jahren 1936 bis 1939 wurde die KS 500 und das sportliche Schwestermodell KKS 500 wie folgt produziert: 1936: 1087 Einheiten KS 500 1937
: 576 Einheiten KS 500, 102 Einheiten KKS 500 1938: 387 Einheiten KS 500, 51 Einheiten KKS 500 1939: 101 Einheiten KS 500 Die Produktionszahlen der KS 500 lesen sich wie folgt: 1936: 1087 Stück, 1937: Rund 2400 Maschinen
vom Typ KS 500 wurden in der Zeit von 1936 bis 1939 gebaut. Die meisten davon haben nicht überlebt, weil sie hervorragend für den Militäreinsatz aufgrund der Belastbarkleit und Zuverlässigkeit geeignet waren. Und wie fährt sie sich nun?
Nach der
Der Motor springt nach Fluten der Vergaser (hier habe ich anstatt der originalen Fischer-Amal auf Bing
zurückgegriffen, die Modelle der BMW R 50 passten ohne die kleinste Änderung) sofort an. Willige Gasannahme und gleichmässige Leistungsentfaltung machen sich insbesondere im Seitenwagen-
Betrieb positiv bemerkbar. Eine Endgeschwindigkeit von 90 km/h ist problemlos mit besetztem Boot zu erreichen, und bis ca 80 km/h fühlt sich der Motor wahrnehmbar wohl. Der Klang ist eine echte
Sensation! Satt, aber nie laut. Kernig, aber nicht nervig. Ohne störende Vibrationen käuft das Triebwerk wie ein Uhrwerk. Interessant: Die Wirkung des Zündverstellhebels auf die Motorleistung ist, anders als
bei der KS 601, vernachlässigbar gering. Hier ist der Motor wenig sensitiv. Fahren auf geflickten Nebenstrassen ist mit dem Gespann harte Arbeit. Nichts mehr sanft dahingleiten,
die Fuhre hüpft wie ein Springball. Sobald die Strasse gut wird, nennt die Form der Fortbewegung nun wohl “cruisen”. Entspannt sitzen, die KS findet fast von allein den Weg.
Die Schaltung ist gewöhnungsbedürftig: Der rechte Fuß bedient mit der Spitze den Fußschalthebel, mit dem Absatz die Hinterradbremse. Der Handschalthebel ist gut zum Leerlauf suchen, im Fahrbetrieb geht
die Fußschaltung gefühlvoller. Die Verzögerung der Bremsen erfordern vorausschauendes Fahren. Auf der Weitere historische Dokumente zur KS 500 gibt es auf der
Besonderheiten:
- kleiner Veigel-Walzentacho in der Lampe
- “Ohrenluftfilter”, Leistungsangabe 22 PS
- Auspuff im Mittelteil verchromt, vorn und hinten schwarz matt lackiert
- Vergaser Amal oder Bing
Besonderheiten: KS 500
- Grosser Scheinwerfer (190mm Durchmesser, Lichtaustritt 170mm)mit Veigel-Zeigertachometer (140 km/h) und Noris-Zündschloß
- Hochgelegtes Doppelluftfilter mit verchromten Ansaugrohren, Leistungsangabe 24 PS
- Auspufftöpfe mattschwarz lackiert
- Vergaser Amal 75/422 R & L
Besonderheiten KS 500
- Noch einmal geändertes zentrales Luftfilter, Leistungsangabe 25 PS
- Schwingsattelgestell wie KS 600
- Kupplungs- und Bremshebel aus Aluminium
Besonders in den letzten Jahrgängen hatte Zündapp bereits mit der Materialverknappung zu kämpfen. So wurden die letzten Modelle aus am Lager befindlichen Teilen zusammengebaut, da zunehmend
Ressourcen für die Rüstungsprodukte verwendet wurde. Der Vorteil für den Restaurierer heute: Es ist leichter, das Fahrzeug “original” wiederherzustellen, da einfach viele Teile von anderen Modellen
(insbesondere KS 600) angebaut wurden, die heute einfacher zu finden sind.
Historische Fahrt um Osnabrück 1999, tolle Rallye erfolgreich auf dem zweiten Platz abgeschlossen!
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