Jawa 175 Restauration - Die Technik (1)

Ersatzteileverzeichnis
Auf dem Oldtimermarkt auf dem
Vestlandhallengelände in Recklinghausen habe ich ein Ersatzteileverzeichnis für die JAWA gefunden. Ich werde nicht alle Seiten veröffentlichen, da sie eine Menge Platz verschlingen. Wer jedoch dieses Verzeichnis benötigt, kann mir eine E-Mail schreiben. Eine CD mit den Daten in digitaler Form, oder ein Ausdruck auf Papier, kann zum Versandkostenpreis per Post versendet werden.

 

 

Zerlegen des Fahrzeugs:
An der Zerlegung gibt es normalerweise nichts besonderes zu berichten. Einer der Vorbesitzer muss vor Jahrzehnten das komplette Fahrzeug mit Waffenöl oder ähnliches eingesprüht haben, da alle Schrauben an der JAWA überraschend leicht und unbeschädigt zu lösen waren.

 


Lampe komplett
 Die Lampe wurde in alle Einzelteile (inkl. der Blindnietenverbindungen) zerlegt und für die Lackierung, bzw. Verchromung vorbereitet. Hierzu habe ich einen Schleifbürstenaufsatz für eine Bohrmaschine mit der Körnung 60 verwendet.

     

Räder
 Die Felgen sind fast nicht mehr zu retten. Die Verrostungen sind sehr tief in das Material eingedrungen, so dass der Verchromer dankend abgewunken hat. Mittlerweile ist es mir jedoch gelungen ,zwei neue Felgen, die ich erst einmal für den Übergang verwenden möchte, aufzutreiben. Auch habe ich einen Spezialisten ,der sich auf Oldtimerfahrräder und -Kleinmotorräder bis ca. 100 ccm spezialisiert hat, gefunden. Die Felge hat die Bezeichnung 1.50-19 und wird mit einem Reifen der Größe 3.00-19 bezogen. Die Speichen sind 3 mm stark und auch neu vorhanden. Lediglich die Radnaben müssen aufgearbeitet und verchromt werden.

Probleme machten hier alle 4 Radlager , die heftigst ausgeschlagen und nicht mehr zu gebrauchen waren. Der Lagersitz war rund eingefräst und ließ nur den Einsatz dieser Art Lager zu. Nach größten Anstrengungen ,diese Lager zu finden, bzw. anzufertigen, habe ich mich für einen Umbau auf ZZ Industrielager entschieden, welche zwar die Originalität verlieren lassen, jedoch große Vorteile bieten. Die Lager sind wartungsfrei, Spritzwasser- und Staubgeschützt. Der Schmiernippel auf der Radnabe wird nur noch zur Zierde eingesetzt. Die Trommelbremsen bleiben also vom Fett verschont und gewährleisten somit eine optimale Bremswirkung. Der Sitz der Radnaben musste natürlich entsprechend neu ausgefräst werden. Dies gestaltete sich als sehr aufwendig, da die Zentrierung auf der Drehbank recht schwierig war. Dies habe ich von einem Spezialisten durchführen lassen. Auf lange Sicht gesehen wird sich die Investition jedoch lohnen, da die Lager noch eine lange Zeit im Handel vertrieben werden. Die beiden Achswellen mussten auch noch um ein paar Zehntel dem Innendurchmesser der Lager angepasst werden. Nachdem die Naben entsprechend bearbeitet wurden, hat sich der Verchromer an den Naben ausgelassen. Zur Zeit sind die Naben zum Einspeichen unterwegs.

     
                           Lager alt                                                                  ZZ - Lager
Achtung:
Vor dem Ausspeichen
müssen auf jeden Fall die Seitenmaße von der äußersten Nabenkante bis zu den Felgenrändern gemessen und aufgeschrieben werden. Der Einspeicher benötigt diese Maße für den richtigen Sitz der Nabe. Auch ein Foto der Verläufe der Speichen sollten aufgenommen werden, da es mehrere Arten des Speichenverlaufs gibt. Außerdem benötigt er eine komplette Nabe mit montierter Welle und Lagern, da die Welle in die Maschine eingespannt wird. (Reibungsloser Lauf zum Auswuchten muss gewährleistet sein)

Motor und Getriebe
Die Antriebseinheit ist das Interessanteste an der JAWA. Zunächst faszinierte mich die Handschaltung. Desweiteren ist die Motoreinheit komplett vom Getriebe in zwei einzelnen Gehäusen getrennt. Das Drehmoment wird über eine Primärkette von der Kurbelwelle zum Getriebe übertragen. Der Antrieb des Hinterrades erfolgt über eine Sekundärkette. Die Funktion der Kupplung kann von aussen beobachtet werden. Die komplette Einheit wird über zwei Seitenschienen verbunden. Sehr gut ist noch die alte Nasenkolbenkonstruktion zu erkennen. Die Patente für die Umkehrspülung waren halt noch bei DKW...


 

Das Getriebe ist auf einem Bock aufgeschraubt und kann über eine Führungsschiene längs zum Kettenwechsel verschoben werden. Irgendwann wurden am Getriebe schon einmal unfachmännische Scheißarbeiten durchgeführt. Bei den Ersatzteilen, die wir mit der restaurierten JAWA erworben haben, ist unter anderem auch ein Getriebe dabei. Falls dieses einigermaßen in Ordnung ist, werde ich es nehmen. Dieses Getriebe sah innen wie Nutella aus. Von Öl war keine Spur mehr. Nach gründlicher Reinigung sah das Kickstarterritzel inklusive dem Gegenritzel sehr schlecht aus. Außerdem ist die Welle ,auf der sich der Kickstarter befindet ,sehr krumm. Der Aufbau ist recht simpel und leicht nachvollziehbar.

 

Auch die Kupplung ist absolut einfach aufgebaut. Sie sitzt auf dem Getrieberitzel ,welcher von der Kurbelwelle angetrieben wird und ist mit runden Korkscheiben belegt.

 


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