You Know you want one
Restaurierungsbericht einer Brough Superior SS80 aus dem Jahre 1933
Gabel George Brough verwendete verschiedene Gabel-Typen
in seinen Motorrädern. Brampton- Monarch wurde vor allem in den späteren Modellen bei Gespannen verwendet. Druid Gabeln fanden bei vielen Modellen der zwanziger Jahre Verwendung. Die typische Gabel für Brough Superior Motorräder war jedoch die
Castle-Gabel. Diese wurde von George Brough gemeinsam mit seinem Weggefährten ‘Oily’ Karslake entwickelt und in den Castle Works gefertigt. Dort wurden auch noch andere Anbauteile, wie zum Beispiel der patentierte Karslake Propstand, ein in
die linke Fußraste integrierter Seitenständer, entwickelt. An diesem Restaurationsobjekt war auch eine solche Castle Gabel verbaut. Die wesentlichen Teile wie
Hauptgabel, vordere Hilfsgabel, Schwinghebel, Federn und Gabelbrücken waren zwar vorhanden, mußten aber überarbeitet werden. Das Ergebnis ist eine sehr eigenständige, tolle Gabelkonstruktion, die ihren Teil zum Gesamteindruck
der Brough Superior beiträgt.
Wenn man von technischer Entwicklung der Castle Gabel spricht, ist wohl ein wesentlicher Teil davon in Milwaukee geleistet worden. Harley Davidson hat nämlich bereits
1920 eine in vielerlei Hinsicht sehr ähnliche Gabel an seinen Modellen eingebaut. GB hat die Konstruktion in wesentlichen Teilen übernommen, und eine spezielle Fertigungstechnik für die Hauptgabel entwickelt. Diese war
nämlich aus 3 konisch laufenden Ovalrohren zusammengesetzt und verschweißt, was zu einer erstaunlichen Steifigkeit führte. Da GB nicht nur technisch ausgesprochen fähig war, sondern auch auf
Design und Marketing wert legte, führte er die sehr charakteristischen seitlichen Sternfedern und die ausladenden Knebelschrauben ein. Dieses sollte ein markantes Erkennungsmerkmal für seine Motorräder aus Nottingham werden.
Ende der zwanziger Jahre lizensierte George die
Gabelkkonstruktion auch an Gutbrod-Standard in Ludwigsburg. Die Gabeln entsprachen im Wesentlichen der originalen vorlage; jedoch blieb diesen der ‘Castle’ Schriftzug auf dem unteren Gabeljoch vorenthalten und wurde durch einen
entsprechenden Standard Schriftzug ersetzt.
Wie bei jeder Gabel, kann an dieser Stelle jede
Menge verkehrt gemacht werden. Denn wie viele andere Gabelkonstruktionen auch benötigt auch die Castle-Gabel eine Vorspannung der Federn, um die abschließenden großen Hutmuttern aufdrehen zu können. Hier gibt es einen guten
Trick: Mit Spanngurten, die zum Festzurren von Motorrädern auf Anhängern oder Ladeflächen verwendet werden, kann die Gabel zwischen oberem und unterem Gabeljoch vorgespannt werden. Dann konnte mit Knarre und Nuß
genügend Druck aufgebaut werden, um auch die oberen Federn ein letztes Stück zu komprimieren und so die Hutmuttern festzuziehen.
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