You Know you want one

Restaurierungsbericht einer Brough Superior SS80 aus dem Jahre 1933

Schutzbleche

Von den Schutzblechen war bei meiner Maschine lediglich das Endstück des hinteren Bleches vorhanden. Der Rest fehlte, allerdings gab die “works record card” einmal mehr Aufschluß über die Ausführungsform. Der vordere Kotflügel hatte eingesetzte Seitenteile (sog “valances”), während das hintere Schutzblech ohne diese auskam.

Bei Renovation spares in England waren diese Teile verfügbar, und ein Freund hatte diese einmal gekauft und übrig. Nun sind die Bleche nicht schlecht, aber auch nicht gut, und erforderten einige Nacharbeit. Beim hinteren Blech habe ich mich jedoch entschlossen, dieses nicht zu verwenden, weil die Ausführung in sich sehr breit und nicht sehr schön ist. Dort habe ich auf einen anderen Rohling zurückgegriffen, der natürlich an den Rahmen angepasst werden mußte (insbesondere im Bereich des Sattels, wo das Blech eng am Rahmen entlanggeführt wird). Dann wurde das Blech noch geteilt, und zwar in exakt der Länge wie das vorhandene Endstück war. An der Trennstelle habe ich zwei seitliche Führungen hart eingelötet, und am langen Stück ein Edelstahlblech untergeschweißt. Eine aufgesetzte Halterung mit eingepasster, verchromter Knebelschraube komplettierte die gesamte Mimik.

Am Endstück wurde dann noch ein selbstgefertigter Kennzeichenhalter angesetzt, der einen Schweizer Nummernschildhalter trägt. Da das Motorrad mit rotem Oldtimerkennzeichen gefahren wird, kann so in Sekunden das Kennzeichen umgesetzt werden. Die Halteklammer für den Hinterradständer konnte als Nachfertigung beim Club bezogen werden und wurde ebenfalls nach Lackierung (und Teil-Verchromung) angeschraubt.

Die Schutzblechstreben waren sehr stark korrodiert, so entschloß ich mich, nur die gegossenen Knotenteile weiter zu verwenden, und die eigentlichen Streben aus Stahlrohr (original 1/2” und 5/8” stark) durch metrische 12er und 16er Rohre zu ersetzen. Also abschneiden, aufbohren, die neuen Rohre einsetzen und hart verlöten, und zuletzt die Korrosionsschäden an den Knotenteilen mit Weichlot auffüllen war angesagt. Darüber hinaus wurden noch die Halter für die Werkzeugkästen (“small, curved top pannier bags”) angesetzt.

Die Werkzeugkästen gab es wiederum beim Club, in sehr guter, anbaufähiger Qualität.

Insagesamt war die Anpassarbeit sehr zeitaufwändig. Trotzdem war das Ergebnis am Ende die Mühe wert.

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