You Know you want one

Restaurierungsbericht einer Brough Superior SS80 aus dem Jahre 1933

Zündung und Elektrik

Von den elektrischen Komponenten waren lediglich die vordere Lampe (Lucas S42) mit Ampéremeter und das Schlußlicht vorhanden. Der Rest fehlte.

Zunächst einmal konnte der fehlende Lichtschalter als Nachfertigung auf der Veterama erstanden werden. Der Reflektor konnte, ebenso wie das rote Schlußlichglas mit dem kleinen Aluring, im Internet aus Tschechien bezogen werden. Der Reflektor kam komplett mit Klammern und Halter für die 6V / 15 /15 Watt Bilux Glühbirne.

Der originale Lucas Magdyno fehlte gänzlich. Da die Kontinentalversionen der Brough Superior mit Bosch D-Zündern ausgerüstet waren, entschied ich mich auch einen solchen zu verwenden. Von einem Freund konnte ich ein Gehäuse bekommen, welches dann in einem Fachbetrieb im Sauerland komplettiert und instand gesetzt wurde. Die Arbeit war nicht ganz billig, aber immerhin sauber ausgeführt - der Magnetzünder hat bis heute keinen Anlaß zur Klage gegeben. Zur Montage habe ich eine Stahlplatte angefertigt, die einerseits den Zünder trägt, und andererseits direkt am Rahmenhalter angeschraubt wird. Dies ist eine saubere Lösung, die es zusätzlich erlaubt, die Einheit in Langlöchern zu bewegen, um die korrekte Kettenspannung einzustellen.

Die Zündkabel waren direkt am Zünder befestigt und brauchten nur jeweils passen abgelängt werden und mit einem Gummi-Kerzenstecker versehen zu werden. Ich hatte bereits sehr schöne Bakelit-Stecker besorgt, allerdings ist der Raum unter dem Tank dermaßen eng, daß nur flexible Gummistecker passten.

Die Zündverstellung erfolgt mit dem linken Drehgriff - hier wurde der Bowdenzug so am Zünder befestigt, daß die Rechtsdrehung (vom Lenkerende aus gesehen) in Richtung “früh” verschiebt. Dies ist eigentlich eher ungewöhnlich, ist aber logisch, weil so eine harmonisch koordinierte Bewegung beim Aufziehen des Gasschiebers (mit der rechten hand) erlaubt, mit der linken Hand die Zündung in Richtung “früh” mit zunehmender Drehzahl zu verschieben.

Das Anfertigen des Kabelbaums ist eine einfache Sache: zunächst werden alle Verbraucher wie Lampen, Horn auf einem Papier in realistischer Position eingezeichnet. dann folgen Schalter und Sicherungen, schließlich die Batterie und der Zündmagnet. Danach werden farbig die unterschiedlichen Leitungsverläufe eingezeichnet, bis alle Verbindungen stehen. Nun werden die Leitungen sortiert und gebündelt, und dann ist der Paln fertig. Bougierrohr gibt es als Meterware auf Märkten und beim Bosch-Dienst, und wird als Hülle für die einzuziehenden Kabel verwendet. Wichtig: Beim Einzug der Leitungen diese öfters mit etwas Spiritus befeuchten, damit diese leicht eingleiten. der Spiritus verdunstet dann langsam und Rückstandsfrei. Wichtig: Immer reichlich kabel an den Enden rausschauen lassen, man kann leicht ein paar zentimeter abschneiden, aber wenn man einmal zu kurz geschnitten hat, wird es  Flickwerk.
An den Enden werden Schrumpfschlauchstücke aufgesetzt, und diese mit der Heisluftpistole verschrumpft. Nachdem die einzelnen Leitungen exakt am Motorrad nach der Verlegung abgeschnitten sind, können noch Ösen bzw Aderendhülsen aufgequetscht werden - fertig ist der Kabelbaum.

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