You Know you want one

Restaurierungsbericht einer Brough Superior SS80 aus dem Jahre 1933

Teil 1: Früher

“Brough Superior, das sind die ‚Rolls-Royce’ der Motorräder. Die haben die großen JAP Motoren eingebaut, kaum eine unter 1000 Kubik. Das waren damals die schnellsten Luxus-Motorräder, die überhaupt zu kaufen waren.“ Die Worte meines Arbeitskollegen Georg klangen in meinen Ohren wie die frohe Botschaft: irgendwie mystisch, unerreichbar, aber auf alle Fälle gut.

Gerade hatte ich die Lehre beendet, und meinen Motorrad-Führerschein bestanden. Die Yamaha SR250 stand voll getankt, angemeldet und geputzt in meiner Garage und wartete auf ihren ersten Einsatz. Genau genommen auf Ihren ersten legalen Einsatz, natürlich gab es bereits einige Probefahrten, zwar mit schlechtem Gewissen, dafür ohne Führerschein, aber besser als gar nichts. Das Motorrad war ok, und für das Budget eines Zivildienstleistenden durchaus geeignet. Allerdings nicht wirklich cool. 250er Soft-Dschopper passten halt nicht zu den wirklich coolen Jungs, fünf Jahre nachdem Klassenkameraden schon CB 750 und Kawa Mach 3 fuhren.

Ein Oldtimer sollte es sein, hatte ich beschlossen, nachdem mein Boß Georg mir erlaubt hatte, einmal seine 250er DKW auf dem Schulplatz zu fahren. Das war schon ein tolles Gefühl, das Motorrad pofferte für einen Zweitakter ganz ordentlich vor sich hin, und bei geringen Geschwindigkeiten war gar so etwas wie Beschleunigung zu spüren. Von da an trat Plan B in Kraft.

Von Georg bekam ich viele Tips mit auf den Weg, worauf so zu achten ist. Die Kniffe, die man erst mit einiger Erfahrung versteht. Er erklärte, warum über den Winter die Kniekissen am Motorrad entfernt werden, und die Falze mit Fett versehen wurden, oder die Felgen an der Bohrung mit Kettenfett eingesprüht werden sollen, damit der Rost nicht zuschlagen kann. Die DKW war cool, aber Viertakter ist besser, BMW war fast mystisch und ebenso unerreichbar wie die englischen Fabrikate. Zu der Zeit kosteten die Modelle mit dem weiß-blauen Propeller am Tank pro Kubikzentimeter 10 Mark: R 25, R26 oder R27 waren mit 2500 Mark zu veranschlagen, und das war zu jener Zeit vier netto Monatsentgelte, also fast unerreichbar. Und an Vorkriegsmaschinen traute ich mich so wie so nicht ran. Erstmal nicht. Nur der Vollständigkeit halber: Nachdem ich das Studium begonnen hatte,  kaufte ich eine AWO mit Stoye Seitenwagen. Infiziert war ich, und die Inkubationszeit war doch eher gering.

Weiter mit Teil 2: Kaufen oder nicht kaufen, das ist hier die Frage!

 

motoclub.de

Internet für Oldie-Fans