Oldtimer Zulassung

Bei der Zulassung gibt es wieder einige Regeln, die das Leben deutlich einfacher machen:

“Normale” Zulassung

Es steht nirgendwo in der Strassenverkehrszulassungsordnung (StVZO), dass ein Fahrzeug aufgrund seines Alters nicht für den Strassenverkehr zugelassen werden darf. Eine solche Regelung ist auch nicht absehbar, weil die Erfahrungen an der Stelle durchweg positiv sind. Aus rationalen Gründen gibt es dort keinen Handlungsbedarf. Auch die Abgasdiskussion, immer wieder von Oldtimer-Gegnern angeregt, ist kein wirklich bedrohliches Thema. Aufgrund der geringen Zulassungszahlen und der geringen Fahrleistung der Oldies ist unser Hobby bei verantwortungsvollem Umgang mit dem Thema keine wirkliche Umweltbelastung.

Für die Zulassung benötigen Sie (beachten Sie auch die Angaben der Zulassungsstelle )

  • Falls das Fahrzeug nicht länger als 18 Monate (das ist neu seit dem 1.8.2000, war vorher 1 Jahr) abgemeldet war und auf der Abmeldebescheinigung eine gültige Hauptuntersuchung (HU) eingetragen ist, benötigen Sie nur Brief, Ausweis, aktuelle Versicherungsdoppelkarte und Geld.
  • Falls keine gültige HU eingetragen ist, müssen Sie vor der Zulassung Ihr Fahrzeug mit einer Hauptuntersuchung (HU, alle 2 Jahre fällig) prüfen lassen (TÜV, TÜH, Baurat, Dekra)
  • Falls kein Brief vorhanden ist oder das Fahrzeug länger als 18 Monate abgemeldet ist, müssen Sie einen neuen Fahrzeugbrief beantragen. Wie das geht, steht hier.

Oldtimerkennzeichen (Historisches Fahrzeug)

Das Oldtimerkennzeichen wurde eingeführt, um historisches Kulturgut zu erhalten. Der Gesetzgeber hat dabei einige Regeln eingeführt, die zusätzlich zu den Angaben für die “normale” Zulassung gelten:

  • Das Fahrzeug muss sich im unrestaurierten Originalzustand befinden oder entsprechend der historischen Vorlage wiederhergestellt worden sein. Im engeren Sinne betrifft dies auch technische Verbesserungen; der Prüfer sieht jedoch im Allgemeinen darüber hinweg, insbesondere wenn diese zur Erhöhung der Fahrsicherheit dienen oder so durchgeführt wurden, dass das Erscheinungsbild nicht gestört wird.
  • Weitere Informationen gibt es bei der Zulassungsstelle.

Rotes Oldtimer-Sammler-Kennzeichen:

Das rote Oldtimerkennzeichen ist besonders für Sammler interessant. Sie benötigen weder einen gültigen KFZ-Brief noch eine gültige Hauptuntersuchung (TÜV). Selbstverständlich sind Halter und Fahrer verantwortlich für den verkehrssicheren Zustand des Fahrzeuges und müssen den bei einer Kontrolle oder einem Unfall nachweisen können. Bestehen Zweifel, kann die Polizei das Fahrzeug beschlagnahmen und ein Gutachten über die Verkehrssicherheit erstellen lassen.

Die Beantragung für das erste Fahrzeug ist aufwendig, aber für diejenigen, die eine rote Nummer nutzen können, ist es eine echte Erleichterung.  Was es zu beachten gibt, weiss die Zulassungsstelle.

Leser Peter Schultes hat darauf hingewiesen, dass in bestimmten Zulassungsbezirken offensichtlich das Führen eines Fahrtenbuches vorgeschrieben ist. Dort muss dann auch das Kennzeichen im jährlichen Abstand neu beantragt werden. (Vielen Dank für den Hinweis!) In anderen Kreisen gilt ein sog. Vertrauensrecht, wer zweimal ein zeitlich befristetes Kennzeichen (jeweils ein Jahr) beantragt hat und sich regelkonform verhalten hat, erhält beim dritten Mal ein unbefristetes Kennzeichen.

Kurzzeitkennzeichen:

Für das Kurzzeitkennzeichen benötigen Sie weder einen gültigen KFZ Brief noch eine HU, aber für die Verkehrssicherheit gilt das im Abschnitt zuvor gesagte. Diese Zulassung gilt maximal 5 Tage, alle weiteren benötigten Unterlagen gibt es bei der Zulassungsstelle. Ein motoclub.de Leser wies darauf hin, daß die Versicherungs-Gebühren fürs Kurzzeit-Kennzeichen bis zu 100 Euro betragen, falls das Fahrzeug nicht direkt nach Ablauf des Kennzeichens auch bei der entsprechenden Versicherung dauerhaft versichert wird. Dies ist sicher Verhandlungssache, hier sind Kunden der klassischen (also nicht Online-Versicherungen) Versicherungen mit persönlichem Berater sicher im Vorteil!

Fahrzeugbrief:
Wer einen Brief hat, kann diesen i.d.R. auch ohne Kaufvertrag als hinreichenden Eigentumsnachweis nutzen.
Ist der Brief nicht da, ist das auch nicht so tragisch. Sie benötigen dann zur Beantragung eines neuen KFZ-Briefes:

  • Unbedenklichkeitsbescheinigung - gibt es beim Kraftfahrtbundesamt, Flensburg, oder kann per Fax bestellt werden. Nach ca. 14 Tagen kommt diese per Nachnahme (ca. 15 Euro), daher nicht den Absender vergessen. Achtung: wer beim Kauf ein solches Dokument vom Verkäufer erhalten hat, hat es ab sofort eilig. Die Bescheinigung gilt nämlich nur einen Monat, danach muss eine Neue beantragt werden,die kostet auch wieder ca.15 Euro.
    Anschrift: Kraftfahrtbundesamt, Fördestrasse 16, 24944 Flensburg, Tel.: 04 61 316 0
    Fax: 04 61 316 16 50
  • Kaufvertrag - Ist nicht unbedingt ein Nachweis des rechtmässigen Erwerbs, vereinfacht aber das Verfahren ungemein, weil das Dokument von der Zulassungsstelle (fast) immer verlangt wird. Adresse des Verkäufers und eindeutige Identifizierung mittels Fahrgestellnummer müssen schon drin sein. Am einfachsten nehmen Sie den motoclub.de Vertragsentwurf: ausfüllen, drucken und unterschreiben (Käufer und Verkäufer) - fertig!
  • Gutachten gemäss §21 StVZO über die amtliche Prüfung eines Fahrzeuges. Oder im Sprachgebrauch Vollabnahme. Dieses gibt es beim TÜV (bzw. Baurat oder TÜH) und kostet gern 80 Euro, also reichlich Kleingeld mitführen. Für das Gutachten benötigt der Prüfer technische Unterlagen. Das kann z.B. eine Briefkopie sein, aber dem Prüfer helfen auch andere Unterlagen (Berichte aus Fachzeitungen, Bücher, Betriebsanleitungen etc.), das Gutachten zu erstellen. Ist doch sein Bier, denken Sie? Im Prinzip ja, aber Sie möchten das Fahrzeug auf die Strasse bringen, nicht der Prüfer... Sie werden bei motoclub.de solche Unterlagen finden, falls Sie besondere Wünsche haben, sagen Sie uns diese bitte im Gästebuch.

Tip: Wenn Sie den alten Brief noch haben, dieser aber ungültig ist, möchten Sie den doch auch gern behalten (besonders alte Originale), oder? Beim TÜV ist das alles kein Problem, aber einige Strassenverkehrsämter ziehen diesen auch gern zur Vernichtung ein. Drängen Sie darauf, dass das Dokument durch Abschneiden einer Ecke ungültig gemacht wird und zurückgegeben wird, dies ist sehr wohl noch zulässig und gängige Praxis. Falls Sie Ihrer Behörde nicht trauen, würde ich vorher mal ganz höflich telefonisch nachfragen.

Ansonsten benötigen Sie die üblichen Unterlagen (hier wird verraten, welche das sind)

Seitenanfang

motoclub.de

Internet für Oldie-Fans