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Restaurierung Hecker
(Dieser Bericht wurde motoclub.de zur Verfügung gestellt von Gerd Warnick. Vielen Dank dafür!)
Eigentlich fängt alles immer ganz harmlos an.
Zum Beispiel mit einer schönen Wochenendetour mit und zum D Rad Treffen 1998 in den
Harz. Und peng ist der Schlauch incl. Luft weg. Zum Glück ist ein Reserveschlauch dabei.
Sofort sind auch Schaulustige zur Stelle.Und jetzt kommt es ganz dick: „Ich kenne da einen der hat auch noch son altes Motorrad“.Also los und nachsehen.
Was ist das denn!? Hecker! Nach einigem Hin und her wechselt das Ganze den Besitzer und nun wird geforscht und gesammelt. Das alles neben Familie und Beruf.
Mit der Restaurierung wird’s wohl dauern oder ich kenn doch da einen. Also, kurzes Gespräch mit dem Oldtimerservice in Karcheez und schon geht’s los.
Und so hat der Martin mir seine Hecker mit allen gesammelten Teilen Ende Januar diesen Jahres gebracht. Und nun will ich euch und Martin in loser Folge mit der Wiederherstellung der Hecker unterhalten. Ziel unserer Arbeit ist aus dem von Martin gesammeltem Material in nicht all zu langer Zeit Opas Motorrad mit Martin am Lenker auf die Straße zu bringen.
Jetzt beginnt für mich der schöne Arbeitsalltag. Am 02.02. wird die Hecker erst mal zerlegt und alles was neuen Lack bekommen soll zum Strahlen und Grundieren gebracht. Ich habe mir in all den Jahren angewöhnt generell ein Funktionsmuster vom Motorrad zusammen zu bauen. Nichts ist für mich (und ich denke auch für jeden anderen) schlimmer als an frisch gelackten und vernickelten Teilen zu feilen, bohren oder schweißen.
Und so beginnt am 08.02. die langsame Montage der Hecker. Alles was verbogen, verbeult oder ausgeschlagen ist wird gerichtet, ausgebeult und ausgebuchst.
Und so nach und nach wächst eine Hecker wieder zusammen.
  
In dieser Zeit hat meine Drehbank wieder richtig zu arbeiten. Alle Muttern und Bolzen sind mit Fein- oder Zwischengewinden ausgestattet.
Da die Speichen immer noch auf sich warten lassen (auch ich kann nicht alles alleine) überhole ich schon mal das Getriebe und mache aus zwei Defekten ein überholtes. Jetzt wo es fertig ist, kommt es auch gleich an seinen Platz. Und weiter geht es mit der Schaltung. Erst mal den Schalthebel ausbuchsen und die Welle mit Sechskantkopf neu. Ans Motorrad angebaut und passt. Nun wird’s spannend. Da Martin kein originales Getriebe hat, ist jetzt ein Burmann drin. Das heißt, erst mal ein neues Schaltgestänge bauen. Nach vielem ab und anbauen, zupassen und nachdenken (auch Martin hat geholfen beim Denken) geht es.
Speichen sind immer noch nicht da. Baue ich eben erst mal die neuen Bolzen und Muttern zur Motorbefestigung.
Hinterradnabe ist auch fertig, natürlich mit neuer Filzabdichtung und neuen Muttern (Lager waren topp) und die Speichen sind immer noch nicht da.
28.02. Ich baue einfach schon mal den Motor ein um zu sehen wie alles passt. Mist: Schaltgestänge passt nicht mehr! Burmanngetriebe! Der Schalthebel am Originalgetriebe läuft parallel zur Fahrtrichtung-Burmann quer. Also, neues Schaltgestänge mit Umlenkung gebaut und zugepasst. Uff, jetzt geht’s. Hat aber auch Nerven gekostet.
Martin hat mir so einen schönen Lampenhalter mitgebracht. Alt und original. Nachteil – passt nicht. So werde ich einen neuen Lampenhalter bauen. Einige Stückchen Eisen und etwas Zeit machen das schon.
 So, nun ist er fertig. Jetzt noch eine Buchse gedreht und eine Bundmutter für die Hupe. Sieht doch perfekt aus, oder?
Weiter geht es mit der Fußrastenanlage. Der Kettenschutz für den Primärtrieb Marke krummes Blech wird von den Originalteilen getrennt und alles schön sauber zugepasst. Der Bremshebel muss geschweißt werden und neu gebuchst. Die Zentrierungszapfen werden auch neu aufgebaut (wo zu hab ich mal autogen Schweißen gelernt?- nur für Euch!).
Alles angebaut. Passt! Ist ja super.
 Heute hab ich wenig Zeit. Also, nur Kleinigkeiten. Bremsgestänge angefertigt und den Halter für die Ballhupe modifiziert. Das ganze noch schnell angebaut.
Heute ist der 10.03. und ich habe soeben erfahren das Anfang nächster Woche die Speichen kommen sollen. Dann werde ich mal die Vorderradnabe zusammen bauen. Lagersitze rein , Kugeln mit Fetteingesetzt und die Achse. Jetzt noch einstellen – fertig.
So, nun ran an die Drehbank und die Muttern neu angefertigt. Alles zusammengebaut und mal in die Gabel rein. Ich bin zufrieden!
Jetzt komme ich wirklich nicht mehr weiter und kann nun wirklich nur noch auf die Speichen warten. Sowie sie da sind geht es natürlich weiter und ihr hört wieder von mir und der Hecker.
Jetzt warte ich erst mal auf die Speichen und dann geht es weiter.
Auf das es bald warm wird und schöne Grüße vom Gerd Warnick.
OSKa Oldtimerservice Karcheez
Bülower Weg 21
18276 Karcheez
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